Projekttag Nationalismus in Wuppertal der BFS2G2

BFS2G2-Projekttag mit Workshop „Nationalsozialismus in Wuppertal“ in der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal

Wie hängt der Nationalsozialismus zwischen 1933 – 1945 mit dem heutigen Rechtsextremismus zusammen?

 

Diese Frage stellte sich die Klasse BFS2G2 des BK Kohlstraße im Politikunterricht. Aus diesem Grund besuchten am Donnerstag, 16.06.2016, 19 Schülerinnen mit ihrer Politiklehrerin, Frau Lorenz-Ridderbecks, die Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal. Frau Hartung und Frau Schrader führten sie dort pädagogisch und historisch kompetent durch den dreistündigen Workshop zum Thema „Nationalsozialismus in Wuppertal“. Zunächst ging es in einem kleinen Rundgang um die Begegnungsstätte herum.

Erinnert wurde dabei an die Reichsprogromnacht im November 1938, bei der auch die ehemalige Synagoge in der Genügsamkeitsstraße in Elberfeld ein Opfer der nationalsozialistischen, antijüdischen  Zerstörungswut wurde. Die frühere Synagoge brannte damals bis auf die Grundmauern ab, die heute noch als Ruine zu sehen sind. Aufgebaut wurde sie nicht wieder. Jedoch steht heute die Begegnungsstätte Alte Synagoge als Ort der Erinnerung an dieser Stelle. Bereits hier können Vergleiche zu heutigen rechtsextremen Handlungen gezogen werden, wenn z.B. heute Flüchtlingsheime aus rassistischen Gründen angezündet werden.

An wesentliche Kenntnisse historischer Daten wurde erinnert: 1933, die demokratische Wahl Hitlers zum Reichskanzler. Dann, innerhalb eines Jahres, die völlige Systemveränderung von der Demokratie zur Diktatur (Führerstaat) mithilfe verschiedener Gesetze. Gleichschaltung von Parteien, Verfolgung und Vernichtung von Kritikern und 1938 die Reichsprogromnacht als Auftakt massiver Judenverfolgung. 1939: Beginn des 2. Weltkrieges mit Vernichtung von z.B. sechs Millionen europäischer Juden in verschiedenen Konzentrationslagern. 1945: Kriegsende unter alliiertem Bombenhagel und teilweiser Zerstörung Wuppertal-Barmens. Schon damals brachten viele Deutsche deutlich zum Ausdruck: nie wieder Nationalsozialismus, nie wieder Krieg!

Auch die Weltanschauung der „Nazi’s“ konnte genauer beleuchtet werden. Rassismus, Antisemitismus, Gewaltverherrlichung dienten alltäglicher Schikane. Von der Angst und den Gefahren, denen z.B. Juden in der Zeit des Nationalsozialismus in Wuppertal ausgesetzt waren, sprachen verschiedene Alltagsgegenstände, die zu sehen sind. Sie dienten als Objekte der Auseinandersetzung und gaben deutliche Hinweise auf die Folgen, denen wir heute ausgesetzt wären, wenn rechtsextreme Parteien wie z.B die NPD, die die Weltanschauung des Nationalsozialismus 1:1  umsetzen wollen, bei den nächsten Wahlen im Jahr 2017  in die Regierung gewählt würden. Auch die AfD wurde unter diesem Aspekt betrachtet, da sie sich seit einiger Zeit deutlich rassistisch äußert (Der Islam gehöre nicht zu Deutschland; den Nationalspieler Boateng will der stellvertretende Vorsitzende der AfD nicht zum Nachbarn haben).

Die verschiedenen, niveauangepassten Angebote durch die Mitarbeiterinnen der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Frau Hartung und Frau Schrader,  ermöglichten den Schülerinnen der BFS2G2, sich der Antwort ihrer Fragestellung systematisch zu nähern. Ihnen gilt der Dank für diese intensive Rückschau und die Wahrnehmung möglicher Folgen heutigen Rechtsextremismus. Der Tipp für jede Schulklasse: absolut empfehlenswert!

 

Bericht von Angela Lorenz-Ridderbecks, StR am BK Kohlstraße